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Ossip Mandelstam
Geboren am 15. Januar 1891 in Warschau in einer jüdischen Kaufmannsfamilie. Kindheit und Jugend in St. Petersburg. Er gehörte im Jahr 1912 mit Anna Achmatowa und Nikolaj Gumiljow zur Dichtergruppe der Akmeisten.
ekannt wurde er durch seine Gedichtbände Der Stein (1913/1916) und Tristia (1922). Aufgrund eines Anti-Stalin-Gedichtes, in dem er den Diktator als „Seelenverderber und Bauernschlächter“ entlarvte, wurde er 1934 verhaftet und nach Woronesch verbannt. Dort entstanden 1935 bis 1937 seine letzten Gedichte, Die Woronescher Hefte.

„Rußlands größter Dichter des 20. Jahrhunderts“ - so Joseph Brodsky - starb am 27. Dezember 1938 in einem Transitlager für Zwangsarbeiter bei Wladiwostok. Die Memoiren Nadeschda Mandelstams, seiner Frau - deutsch unter dem Titel Das Jahrhundert der Wölfe (1971) - trugen entscheidend zur weltweiten Entdeckung Mandelstams bei.

Im Ammann Verlag Zürich erschien 1985 bis 2000 die hier vorgestellte deutschsprachige (für die Lyrikbände zweisprachige: russisch/deutsche) Gesamtausgabe in zehn Bänden, ab 2001 komplett im Schmuckschuber.



Ralph Dutli
Meine Zeit, mein Tier. Ossip Mandelstam.
Eine Biographie.
Mit zahlreichen Abbildungen. Leinen mit Schutzumschlag.
Ammann Verlag, Zürich 2003

Ossip Mandelstam ist ein Mythos. Er gilt in Rußland und weltweit als Märtyrer der Poesie, der für seine Dichtung mit dem Leben bezahlte: Mandelstam als Gulag-Häftling, als Opfer totalitärer Macht im 20. Jahrhundert. Der stolze und selbstbewußte, scharfzüngige und streitlustige, sinnliche, lebensfrohe und witzige Mandelstam, der durchaus kein Märtyrer sein wollte, wird aus dem Mythos meist ausgeblendet. Dieses Buch ist die international erste Werkbiographie Ossip Mandelstams. Sie vermeidet beide Gefahren: das Weiterweben an der Heiligenlegende und die modische Demontage der Person. Mandelstam braucht weder ein Heiliger zu sein noch ein Monster: Sein Leben lang konnte er nichts anderes sein als Dichter. Wer war dieser Dichter, der uns trotz aller Tragik seiner Lebensumstände laut Pier Paolo Pasolini „eine der glücklichsten Dichtungen des Jahrhunderts“ geschenkt hat?



Ossip Mandelstam
Das Gesamtwerk in Kassette
Aus dem Russischen übertragen und
herausgegeben von Ralph Dutli.
10 Bände im Schmuckschuber, mit Supplement (s.u.).
Leinen mit Schutzumschlag | ISBN 3-250-10419-1



Das Gesamtwerk: Die Einzelbände
Ammann Verlag, Zürich
1985 - 2000

Ossip Mandelstam: Der Stein
Frühe Gedichte 1908-1915 (Russisch und deutsch)
ISBN 3-250-10053-6. 264 S. Leinen.
Bereits der erste Gedichtband erregte bei seinem Erscheinen in Petersburg Aufsehen. Mandelstam schrieb diese Gedichte im Alter von 17 bis 24 Jahren, und schon hier ist er ein Lyriker im Vollbesitz seiner Möglichkeiten.

Ossip Mandelstam: Tristia
Gedichte 1916-1925 (Russisch und deutsch)
ISBN 3-250-10055-2. 304 S. Leinen.
Die Lyrik aus der Zeit um die Oktoberrevolution 1917 und den russischen Bürgerkrieg setzt das dichterische Wort den Mächten der Zerstörung und des Vergessens entgegen. Mandelstams Odysseus kehrt zurück, „reich erfüllt vom Raum, von der Zeit“.

Ossip Mandelstam: Mitternacht in Moskau
Die Moskauer Hefte. Gedichte 1930-1934
(Russisch und deutsch).
ISBN 3-250-10052-8. 276 S. Leinen.
Ein lyrisches und zorniges Tagebuch voll kühner Bilder, in dem Mandelstam visionär sein weiteres Schicksal voraussieht, sich gegen den Tod auflehnt und doch bereits sein eigenes Requiem anstimmt.

Ossip Mandelstam: Die Woronescher Hefte
Letzte Gedichte 1935-1937 (Russisch und deutsch).
ISBN 3-250-10293-8. 408 S. Leinen.
Mandelstams Gedichte aus der Zeit der Verbannung, die Lyrik des „Woronescher Wunders“: Poesie von abgründiger Tragik, doch auch voller Zuversicht und Kraft.

Ossip Mandelstam: Die beiden Trams
Kinder- und Scherzgedichte, Epigramme auf Zeitgenossen 1911-1937 (Russisch und deutsch).
ISBN 3-250-10418-3. 240 S. Leinen.
Ausgelassener Humor, durchtriebene Ironie, ein poetischer Spieltrieb kennzeichnen einen „anderen“ Mandelstam. Anna Achmatowas Wort darf sich noch einmal bewahrheiten: „Ossip ist ein Schrank voller Überraschungen.“

Ossip Mandelstam: Das Rauschen der Zeit
Gesammelte „autobiographische“ Prosa der 20er Jahre.
ISBN 3-250-10051-X. 344 S. Leinen.
Enthält:
- „Das Rauschen der Zeit“
- „Feodosia“ (1925)
- Reiseskizzen und Erinnerungen (1922-1927)
- „Die ägyptische Briefmarke“ (1928)
- „Ein Dichter über sich selbst“ (1928)
- „Vierte Prosa“ (1929/1930)
- Bilder Rußlands vor und nach der Revolution, Skizzen von Menschen und Städten in einer aus den Fugen geratenen Welt. „Die Angst nimmt mich bei der Hand und führt mich.“

Ossip Mandelstam: Armenien, Armenien!
Prosa, Notizbuch, Gedichte 1930-1933
ISBN 3-250-10056-0. 232 S. Leinen.
Mandelstams Reise nach Armenien im Jahr 1930 war eines der glücklichsten Ereignisse dieses Dichterlebens. Sie gerät dem Dichter zur Reise an den Ursprung der Kultur, der sinnlichen Wahrnehmung und seiner selbst.

Ossip Mandelstam: Über den Gesprächspartner
Gesammelte Essays I: 1913-1924
Ossip Mandelstam: Gespräch über Dante
Gesammelte Essays II: 1925-1935
2 Bände: ISBN 3-250-10054-4.
Zus. 640 S. Leinen.
Die glanzvollen Essays eines Dichters, der sich stets gegen Vereinnahmung und Bevormundung von seiten der Macht verwahrt hat:
Wie muß Poesie sein? Vielleicht muß sie überhaupt nicht, vielleicht ist sie niemandem etwas schuldig und ihre Gläubiger sind alle falsch!

Ossip Mandelstam:
Du bist mein Moskau und mein Rom und mein kleiner David
Gesammelte Briefe 1907-1938
ISBN 3-250-10410-8. 494 S. Leinen.
Neben Dokumenten der Verfolgung und des Widerstandes gibt es hier das Zeugnis einer „unglaublichen, unvorstellbaren Liebe“ (Anna Achmatowa) in Mandelstams Briefen an seine Frau Nadeschda.



Ralph Dutli
Ein Fest mit Mandelstam
Über Kaviar, Brot und Poesie. Ein Essay zum 100. Geburtstag.
136 S., Leinen.
ISBN 3-250-01040-5
Ammann Verlag, Zürich 1991



Ralph Dutli

Europas zarte Hände
Essays über Ossip Mandelstam.
192 S. Gebunden.
ISBN 3-250-10265-2
Ammann Verlag, Zürich 1995



Ralph Dutli [Hg.]
Im Luftgrab
Ein Lesebuch.
Ammann Verlag, Zürich 1988 (z.Z. vergriffen)
Fischer Taschenbuch Nr. 1280, Frankfurt am Main 1992; ISBN 3-596-29187-9