| |
- Leporello mit fünf Gedichten
von Ralph Dutli und einer dreifarbigen Radierung von Bruno
Ritter.
- Handgebunden von Josef Weiss, Mendrisio
2003
- Einmalige Auflage von 33 Stück
- Preis auf Anfrage bei:
atelier@brunoritter.ch
oder
ralph.dutli@gmx.net
Hotaru ist die Japan-Fantasie eines Reisenden,
der nie in Japan war. Das Wort bezeichnet das japanische
Leuchtkäfer-Fest in der Jahresmitte. Wie die Kirschblüte
symbolisiert Hotaru die Flüchtigkeit, Vergänglichkeit
aller Wesen, die Ahnung vom Ende, das sich gerade in Schönheit
und Perfektion spiegelt.
Nach altem japanischem Volksglauben prägt der erste
Kontakt des Kindes mit den Leuchtkäfern sich tief in
die junge Seele ein. Sie sind die Seelen der Toten. Auch
die japanische Literatur wird von dieser flüchtigen
Lichtquelle erleuchtet: im tausend Jahre alten Kopfkissenbuch
der Hofdame Sei Shonagon ebenso wie im Prinzen Genji ihrer
Rivalin Shikibu Murasaki (um das Jahr 1010).
Bruno Ritter hat zu Ralph Dutlis Japan-Fantasie eine erotische
Radierung geschaffen: Ein liebendes Paar, hingedehnt über
dem Horizont der Verse. Die ausschwärmenden Leuchtkäfer
werden zu einem poetischen Samen, ausgestreutes, verschwendetes
Licht-Sperma. Die erotische Pantomime des Leuchtkäfer-Tanzes
als verzückter Liebesakt.
|
|